originaltitel: stone butch blues.
autobiografischer roman
lesbierinnen, transgender
(englisch)
fotografien, portraits, fzm
fotoband
transgender, queer, erotik
originaltitel: stone butch blues. (1993)
gebundene ausgabe - 467 seiten (1996, 2. auflage 1998)
krug u. schadenberg, bln.
isbn 3-930041-09-X
broschiert - 470 seiten (2003)
krug u. schadenberg
isbn: 3-930041-35-9
autobiografischer roman
lesbierinnen, transgender
kommentar
ich hab das buch verschlungen. konnte es einfach nicht weglegen.
an einigen stellen hätte ich mir allerdings ein paar details mehr gewünscht. (oh du prüdes amerika!)
broschiert - 448 seiten (neuauflage 2003)
dtv
isbn: 3-423-13106-3
roman über eine frau die ihr geschlecht ändert: mary wird martin.
kommentar
mit diesem buch ging es mir wie vor einigen jahren, als ich die deutsche ausgabe von leslie feinbergs "stone butch blues" gelesen hatte: ich konnte es kaum weglegen und las es daher in zwei nächten.
das buch beginnt 1952 in england, als mary 6 jahre alt ist und endet in den achtzigern, als martin hysterektomie und mastektomie hinter sich hat und in amerika lebt.
in mehreren erzählsträngen liest man über die entwicklung von mary/martin und vom leben der menschen in mary/martins umgebung, aber auch vom jeweiligen zeitgefühl.
die erzählung beginnt in einer ländlichen gegend englands und weitet sich später nach london und tennessee aus.
das brutale verhalten des vaters, unter dem mary/martin leidet, wird nicht als auslöser der transsexualität dargestellt, sondern als dessen reaktion auf die andersartigkeit des kindes.
die mutter selbst lebt die halbe zeit in einer scheinwelt und ist daher nicht in der lage, mary/martin zu helfen.
aber es gibt einfühlsame menschen, die mary/martin zur seite stehen: eine liebevoller großvater, eine alte grundschullehrerin, freunde der mutter, freunde die martin findet...
nebenher erfährt man von verheimlichter schwuler lebensweise, von vorstellungen zu seelenwanderung, verschiedenen sichten auf lebensläufe usw.
gefesselt hat mich nicht nur die geschichte von martin an sich, ein roman zwar, doch mit sehr viel wissen und einfühlungsvermögen geschrieben.
gefesselt hat mich auch, wie schon bei dem anderen buch, die erzählweise mit den vielen eingeflochtenen nebeninformationen.
taschenbuch (1996)
cleis press
isbn 1-57344-062-0
(englisch)
fotografien, portraits, transmänner (fzm)
kommentar
wow!
dieser fotoband lohnt sich. nicht nur wegen der starken fotos. in den nebenstehenden texten wird unheimlich viel an erfahrungen rüber gebracht.
für mich besonders beeindruckend: die beziehung zwischen kayt und loren. kayt ist fzm und geht den weg im weiblichen körper.
taschenbuch - 220 seiten (1999)
ariston-vlg., münchen;
isbn 3-7205-2063-3
sachbuch
geschlecht, geschlechtsidentität, transidentität, transsexualität, transgender, zwitter, ...
kommentar
fleißig zusammengetragene fakten aus vielen blickwinkeln. kurzweilig geschrieben. daher logischer weise nicht sehr tiefschürfend.
an einigen stellen jedoch zu rigoros schlußfolgernd. (die meinung der einzig aber wiederholt zitierten psychologin avanciert zu absoluten wahrheit.)
dennoch: dieses buch ist gut geeignet, um familie, freunde und kollegen an das thema heranzuführen.
taschenbuch - 364 seiten (1993)
suhrkamp, ffm.
isbn 3-518-28645-5
wissenschaftliches werk:
über die medizin und den geschlechtswechsel
kommentar
"wozu ist transsexuell gut?" um diese frage am ende des buches beantwortet zu haben, beschreibt hirschauer mit seiner kulturanalytischen untersuchung einen weiten bogen, den er folgendermaßen charakterisiert: "Unser Ausgangspunkt war die Nutzung der Transsexualität als ein Modell zur Analyse der Alltagswirklichkeit. In einem zweiten Schritt konnten wir feststellen, wie dieses ethnomethodologische Unternehmen auf dem Rücken jenes medizinisches Projekt ritt, daß den Geschlechtswechsel sichtbar machte und zu einem Phänomen zusammenzog. In einem dritten Schritt betrachteten wir die Arbeitsweisen jener Disziplinen, die ihn bewerkstelligen, um schließlich festzustellen, daß sie als Normalisierungswissenschaften in eine Kultur integriert sind, die selbst die Transsexualität zur ihrer >Analyse< verwendet."
ich gebe zu, dies ist ein anspruchsvolles unternehmen und es vollständig zu lesen, kostet zeit und aufmerksamkeit.
mittendrin werden auch andere fragen beantwortet, wie z.b.: "wie sind die 25 jahre mindestalter für die vornamensänderung ins tsg geraten?", "wer war zuerst da, der psych oder der chirug?".
total spannend waren für mich die knapp 100 seiten zu methodik von psychotherapie und diagnostik.
gebundene ausgabe - 171 seiten (1994)
konkursbuch vlg., tüb.
isbn 3-88769-076-1
portraits, transmänner (fzm) & transfrauen (mzf)
kommentar
9 mzf und 4 fzm werden in ihrer gegenwart und vergangenheit vorgestellt.
es ist faszinierend, ein buch zu diesem thema in den händen zu halten, welches zugleich auch hohe erwartungen an journalistische arbeit und buchkunst erfüllt.
taschenbuch - 246 seiten (1993)
ed. hentrich, Berlin
isbn 3-89468-086-5
anonymisierte autobiografie, hermaphrodit
kommentar
die biografie eines intersexuellen. erstmals herausgegeben 1907. erzählt eine kindheit und jugend um die wende vom 19. und 20. jahrhundert.
interessant sind seine reflektionen auf die geschlechterspezifische erziehung und die prüderie der gesellschaft.
die ausgabe enthält ein nachwort von dr. magnus hirschfeld.
taschenbuch - 378 seiten (1996)
jahn & ernst verlag
isbn 3-89407-133-8
biografie, transmann (fzm)
kommentar
das tagebuch von kai-wolfgang hansmann (jahrgang 1949) beginnt im jahre 1974. er begann seinen weg vor existenz eines transsexuellengesetzes in der bundesrepublik. das buch ist 1996 erschienen.
ergänzt werden seine eigenen beschreibungen durch op-berichte anderer transmänner, beschreibungen von op-techniken, briefwechsel und eine reihe von (älteren) fachartikeln aus medizinischen journalen.
ich fand das buch lohnenswert und gut lesbar, obwohl ich mir ein besseres layout vorstellen könnte -zumindest ein inhaltsverzeichnis über die vielen Anlagen wäre hilfreich.
taschenbuch - 173 seiten (1996)
werdverlag, zürich
isbn 3-85932-162-X
biografie, transmann (fzm)
kommentar
die biografie eines transsexuellen. jahrgang 1946. aufgewachsen bei pflegeeltern im bündner land (schweiz), hat er eine ungewöhlich harte kindheit und jugend hinter sich: mißbrauch, aufenthalte in erziehungsheimen und psychatrischen kliniken, nacherziehung im frauengefängnis, schwangerschaft und scheinehe.
die biografie ist geschrieben, als er mit 50 jahren mehrere geschlechtsanpassungsoperationen hinter sich hat und seit 4 jahren auch juristisch mann ist.
der text wird ergänzt duch abbildungen von dokumenten und fotos.
broschiert - 270 seiten (2002)
springer verlag
isbn 3-211-83745-0
fachbuch
psychologie, psychotherapie
kommentar
wer den titel des buches sehr ernst nimmt und darin nach ursachen der transsexualität und anderen transausprägungen sucht, wird keine endgültige antwort finden. doch das buch bietet eine ausführliche darstellung des heutigen kenntnisstandes und der theorien über die entwicklung der geschlechtsidentität beim menschen.
im dritten kapitel wird der schwule transmann wieder einmal feststellen, dass sich seine existenz noch nicht bis zu den psycholog(inn)en herumgesprochen hat. mit 1 nicht-gynäphilen von insgesamt 19 transmännern scheint mir die stichprobe der dortigen studie bezüglich der sexuellen orientierung nicht repräsentativ zu sein.
zu den schlussfolgerungen der autoren bezüglich der rolle der psychologen in der behandlung von transsexuellen will ich mich aus befangenheit nicht äussern.
gebundene ausgabe - 112 seiten (2002)
kiepenheuer & witsch
isbn: 3-462-03134-1
roman:
geschichte eines intersexuellen, der als mädchen aufwächst, in der pubertät feststellt, halb frau halb mann zu sein und sich fürs mann sein entscheidet...
kommentar
Paul und Denise kämpfen im selben körper miteinder. anfangs kämpfen auch mutter und vater miteinander. sie um Denise. er um Paul. doch dann lassen sie Paul, sich sich für Paul entscheiden. und das hatte schon früher, in der grundschule Geneviève, die Geneviève bleiben wollte, für gut befunden.
ein faszinierend geschriebenes buch, was mich, den nicht intersexuellen, sondern transsexuellen, an gemeinsamkeiten erinnert und einfühlsam auf wesentliche unterschiede hinweist.
taschenbuch - 251 seiten (2000, erste gebundene Ausgabe: 1998)
suhrkamp
isbn 3-518-39618-8
roman
gender troubles
kommentar
nicht ganz leicht zu verdauende kost. - meine lesegeschwindigkeit: 4 seiten pro stunde.
taschenbuch - 141 seiten (1990)
wagenbach, bln.
isbn 3-8031-3554-0
wissenschaftliches werk
kommentar
die autorInnen haben 120 fälle von als männern verkleideten frauen (zumeist aus den niederlanden) aus der zeit zwischen 1550 und 1839 aufgearbeitet. fündig wurden sie vor allem in gerichtsakten. sie erläutern motive, lebensumstände, sexuelle aspekte sowie reaktionen der umwelt.
taschenbuch - 195 seiten (1997)
querverlag, berlin
isbn 3-89656-015-8
sachbuch, lesbierinnen, rollenverhalten
kommentar
16 aufsätze, 20 fotos und ein test.
ich bin ganz froh, daß ich das buch nicht irgendwo zwischen zweitem und drittem text endgültig ins regal geschleudert habe. nach zuviel langweilig verwissenschaftlichten zitaten wurde es alsbald sehr lebendig, witzig, ironisch - auf jeden fall interessant. und überhaupt: frauen sind die besseren menschen!
mein test-ergebnis: ich bin fast ein ganzer kerl, habe aber auch anteile von fliegenpilz in meiner persönlichkeit.
taschenbuch - 218 seiten (1996)
beacon press
isbn 0-8070-7941-3
(english)
wissenschaftliches werk:
transsexualism - history, transvestism - history, gender identity - history
kommentar
über die geschichte der transsexualität kann man auch bei hirschauer (1993) oder bei hartmann, becker (2002) nachlesen.
das buch von leslie feinberg (1996) spürt dagegen in der art des fragenden arbeiters auf, wie in früheren und modernen kulturen die transgender (menschen die ein anderes rollenbild leben als das dem - von anderen wahrgenommen - körperlichen geschlecht entsprechende) gelebt haben und die gesellschaft mit ihnen umgeht. (an der einen oder anderen stelle sind auch mal könige transgender).
feinberg findet gründe für die geschlechterteilung und -normierung, die jenseits des biologischen liegen. das buch ist für meinen geschmack sehr logisch aufgebaut - die inhalte des buches sind in der trans-community inzwischen als allgemein-wissen verbreitet und daher für die heutigen leserinnen kaum noch eine überraschung. dennoch, hier erfährt man nicht nur diese fakten sondern auch die methode die welt zu interpretieren.
überraschend für mich war, dass nebenbei auch viele autobiografische schnipsel von feinberg über feinberg zu lesen sind. da ich das buch weit nach 1996 gelesen habe, war dies ein wesentlicher grund mich gefangen zu halten.
das buch ist in einem englisch geschrieben, welches auch leserinnen mit durchschnittlichem schulenglisch bei interesse an diesem thema vor keine unlösbare aufgabe stellen dürfte.
taschenbuch - 157 seiten (mai 1977)
rowolt taschenbuch verlag, reinbek
isbn 3-499-50253-4
historikerarbeit,
mit selbstzeugnissen und bilddokumenten
kommentar
kein roman und auch nicht trans-geschichtsschreibung sondern die arbeit eines historikers, die fakten zusammenträgt, bestimmten auslegungen andere fakten gegenüberstellt und selbst zurückhaltend ist mit wertungen. so werden auch die leserinnen darin geübt, kritisch zu sein gegenüber faktensammlungen, die das ziel verfolgen, eine bestimmte interpretation zu belegen.
ob jeanne d' arc nun transgender war oder nicht, das ist diesem buch nicht zuentnehmen. mensch mache sich sein bild selbst aus zahlreichen nacherzählungen und zitaten aus niederschriften aus den vernehmungsprotokollen und lese mit der hier eingeübten skepsis z.b. das geschichtsbuch von leslie feinberg "transgender warriors: making history from joan of arc to dennis rodman."
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letzte änderung: 12.07.2005