taschenbuch - 364 seiten (1993)
suhrkamp, ffm.
isbn 3-518-28645-5
wissenschaftliches werk:
über die medizin und den geschlechtswechsel
Ein erstaunlich gutes, informatives und kritisches Buch! Hab es aus einer Laune heraus gekauft, weil ich was zu meckern brauchte, und fand mich in heller Begeisterung wieder.
"wozu ist transsexuell gut?" um diese frage am ende des buches beantwortet zu haben, beschreibt hirschauer mit seiner kulturanalytischen untersuchung einen weiten bogen, den er folgendermaßen charakterisiert: "Unser Ausgangspunkt war die Nutzung der Transsexualität als ein Modell zur Analyse der Alltagswirklichkeit. In einem zweiten Schritt konnten wir feststellen, wie dieses ethnomethodologische Unternehmen auf dem Rücken jenes medizinisches Projekt ritt, daß den Geschlechtswechsel sichtbar machte und zu einem Phänomen zusammenzog. In einem dritten Schritt betrachteten wir die Arbeitsweisen jener Disziplinen, die ihn bewerkstelligen, um schließlich festzustellen, daß sie als Normalisierungswissenschaften in eine Kultur integriert sind, die selbst die Transsexualität zur ihrer >Analyse< verwendet."
ich gebe zu, dies ist ein anspruchsvolles unternehmen und es vollständig zu lesen, kostet zeit und aufmerksamkeit.
mittendrin werden auch andere fragen beantwortet, wie z.b.: "wie sind die 25 jahre mindestalter für die vornamensänderung ins tsg geraten?", "wer war zuerst da, der psych oder der chirug?".
total spannend waren für mich die knapp 100 seiten zu methodik von psychotherapie und diagnostik.
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letzte änderung: 12.07.2005