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transsexualität: medizinisch & psychologisch

uwe hartmann, hinnerk becker:
störungen der geschlechtsidentität. ursachen, verlauf, behandlung.

beide: medizinische hochschule hannover

broschiert - 270 seiten (2002)
springer verlag
isbn 3-211-83745-0

 

beschreibung des verlages

Störungen der Geschlechtsidentität reichen von leichteren und vorübergehenden Problemen bis zum Transsexualismus, der festen und irreversiblen Gewissheit, im "falschen Körper" geboren zu sein. Sie führen meist zum Wunsch nach einer geschlechtskorrigierenden hormonellen und chirurgischen Behandlung. Die zunehmende Zahl Betroffener machen Störungen der Geschlechtsidentität zu einem wichtigen Problem für Medizin, Psychologie und Psychotherapie. Das Buch bietet erstmals im deutschen Sprachraum sowohl einen umfassenden und aktuellen Überblick zu den Erklärungs- und Behandlungsansätzen von Geschlechtsidentitätsstörungen als auch die Ergebnisse einer prospektiven Untersuchung, in der eine Stichprobe von biologischen Männern und Frauen nach einer umfangreichen Eingangsuntersuchung über einen längeren Betreuungszeitraum weiter verfolgt wurde. Daher konnten Schlussfolgerungen zu prognostischen Merkmalen gewonnen und Anregungen zur Diagnostik und Behandlung von Störungen der Geschlechtsidentität abgeleitet werden.

 

inhalt

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Störungen der Geschlechtsidentität: der heutige Kenntnisstand im Überblick

+ Definition, Klassifikation und Vorkommen

+ Die Entwicklung der Geschlechtsidentität und ihrer Störungen

+ Klinische Aspekte von Geschlechtsidentitätsstörungen

+ Langzeitverlauf und prognostische Indikatoren von Geschlechtsidentitätsstörungen

+ Behandlungsansätze und rechtliche Situation

Persönlichkeitsmerkmale und Prognosekriterien bei Störungen der Geschlechtsidentität: Ergebnisse der eigenen Untersuchung

+ Hintergrund und Zielsetzung der prospektiv angelegten Untersuchung

+ Komponenten der Basiserhebung und der Verlaufsuntersuchung

+ Die Ergebnisse der Basisdiagnostik

+ Die Ergebnisse der Verlaufsuntersuchung

Geschlecht und Identität: Zusammenfassung und Ausblick

+ Zusammenfassung und Diskussion der eigenen Ergebnisse

+ Das "Projekt Transsexualität"

+ Der soziologische und gesellschaftspolitische Diskurs

+ Schlussfolgerungen für die Praxis

Literatur

 

kommentare

Carlo, Berlin

Für den Leser, der sich bereits intensiv mit dem Thema "Geschlechtsidentität" beschäftigt hat, enthält das Buch nicht viel Neues. Für Interessierte mit wenigen Vorkenntnissen sind die ersten 100 Seiten ein guter Überblick über den heutigen Kenntnisstand.

Im dritten Abschnitt, werden die Ergebnisse einer eigenen Studie (medizinische Hochschule Hannover, Zentrum psychologische Medizin) vorgestellt. In die Untersuchung waren 19 Frauen , 23 androphile und 22 gynäphile Männer einbezogen.

Um den Wert dieser Studie richtig einzuordnen, muss dringend beachtet werden, dass "...in zunehmenden Maße Personen mit ausgeprägten psychischen Störungen Hilfe suchten,..." und also auch das Klientel dieser Untersuchung waren. Ich selbst hatte beim Lesen den Eindruck, dass die Verfasser dies nicht immer beachtet haben.

Obwohl Ansätze zu bemerken sind, die Frage der Geschlechtsidentität in gesellschaftspolitischen Zusammenhängen zu betrachten, wird primär von einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung ausgegangen.
Der interessierte Leser sollte sich bewusst sein, dass zum Verständnis dieses Buches mindestens ein medizinisches (psychologisches) Fremdwörterbuch benötigt wird.

Im Anhang befindet sich ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis.

Dieses Buch sollte v.a. von Denjenigen gelesen werden, die sich im intensiven (gesellschaftspolitischen) Diskurs mit Betroffenen, Behandlern, Kostenträgern und Politikern befinden. Den Gewinn für den einzelnen Transidenten schätze ich eher als gering ein.

 

Kolja, Dresden

wer den titel des buches sehr ernst nimmt und darin nach ursachen der transsexualität und anderen ausprägungen von transidentität sucht, wird keine endgültige antwort finden. doch das buch bietet eine ausführliche darstellung des heutigen kenntnisstandes und der theorien über die entwicklung der geschlechtsidentität beim menschen.

im dritten kapitel wird der schwule transmann wieder einmal feststellen, dass sich seine existenz noch nicht bis zu den psycholog(inn)en herumgesprochen hat. mit 1 nicht-gynäphilen von insgesamt 19 transmännern scheint mir die stichprobe der dortigen studie bezüglich der sexuellen orientierung nicht repräsentativ zu sein.

zu den schlussfolgerungen der autoren bezüglich der rolle der psychologen in der behandlung von transsexuellen will ich mich aus befangenheit nicht äussern.

erklärungen

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feedback

letzte änderung: 22.01.2007