(zu dt.: geschlecht und androgynität.)
gebundene ausgabe - 238 seiten (2001)
gyldendal fakta
isbn 82-05-27640-4
(norwegisch)
sachbuch
gender studies
1 nennung
De fleste av oss inndeler mennesker umiddelbart og uten videre i to kjønn: mannlig og kvinnelig. Forfatterne retter med denne boken fokus på det tredje kjønn - androgynen - i religion, myter, litteratur og billedkunst. I film, pop og moter, psykologi, feminisme og ledelsesteori har androgynen vært et motiv og idealbilde på et menneske som ikke er sperret inne i kjønnets jernbur. I denne boken settes kjønn i en kulturhistorisk sammenheng. Med vakre og ofte provoserende bilder vil denne boken gi deg innsikt i kjønnets natur og kultur.
ins Deutsche übersetzt von Adrian:
Die meisten von uns teilen Menschen unmittelbar und ohne weiteres in zwei Geschlechter ein: männlich und weiblich. Die Verfasser richten mit diesem Buch den Fokus auf das dritte Geschlecht - das Androgyne - in Religion, Mythen, Literatur und Bildkunst. In Film, Pop und Mode, Psychologie, Feminismus und Führungstheorie ist das Androgyne ein Motiv und Idealbild eines Menschen gewesen, der nicht in den Eisenkäfig des Geschlechts eingesperrt ist. In diesem Buch wird das Geschlecht in einen kulturhistorischen Zusammenhang gesetzt. Mit schönen und oft provozierenden Bildern will dieses Buch dir Einsicht geben in die Natur und Kultur des Geschlechterbegriffs.
Die Autoren betrachten Androgynität aus verschiedensten Winkeln wie z.B.:
Das Buch enthält viele illustrierende und vertiefende Fotos und Bilder und ein umfangreiches Literaturverzeichnis.
Grösstenteils ist es recht flüssig und interessant lesbar, aber z.B. den Abschnitt über die Sicht der Religionen fand ich teilweise sehr ins Detail gehend und daher immer langweiliger zu lesen (besonders für einen Atheisten wie mich), ich glaube, das Ende habe ich übersprungen.
Der ziemlich kurze Abschnitt über trans* sieht nicht nach tiefer Recherche aus. Zum einen behaupten sie z.B., dass in der Vergangenheit die meisten Transgender FTM gewesen seien, andererseits meinen sie, dass es viel weniger FTM als MTF gebe. Auch ihre Informationen über TS in Norwegen sind z.T. veraltet und fehlerhaft.
Ausserdem erscheint mir besonders ihre Idee vom Zusammenbruch der Geschlechtergrenzen und der allgemeinen Hinwendung zur Androgynität viel zu blauäugig (optimistisch?) und verallgemeinernd aus westlicher Sicht geschrieben. Ein Wunschdenken, das als Realität verkauft wird? Ein Luftschloss? Ein extrem starker Glaube an persönliche Freiheiten, von denen sie behaupten, *jeder* besitze sie. Stammt dies aus einer Euphorie darüber, dass in der westlichen industrialisierten Welt bestimmte Normen am Verschwinden sind? Dies kann man nicht ohne weiteres auf die ganze Welt verallgemeinern... Ich bezweifle, dass *alle* Menschen plötzlich gern & frei das Geschlecht wählen, das ihnen gerade passend erscheint. Das wird wohl auch weiterhin nur in verschiedenen Bevölkerungsgruppen geschehen, besonders in sog. liberalen Industrieländern.
Insgesamt hinterlässt das Buch bei mir also einen geteilten Eindruck: einerseits wird eine umfassende Menge an Informationen zum Begriff der Androgynität auf verschiedensten Gebieten geboten, aber andererseits liegt über vielem ein rosaroter Schimmer idealistischen unkritischen Wunschdenkens. Und ob man Madonna nun wirklich als Geschlechtsrollen sprengend bezeichnen kann, weil sie im Schottenrock auftrat...???
Gewährt einen sehr erstaunlicher Überblick, inwieweit Androgynität in den verschiedensten Kulturkreisen und Religionen aller Epochen und Kontinente tatsächlich schon immer verbreitet war.
Faszinierend, und schön zu lesen.
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letzte änderung: 22.01.2007