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christine feher:
body. leben im falschen körper.

christine feher: body. leben im falschen körper.broschiert - 184 seiten (2003)
sauerländer, isbn: 3-7941-7017-2

jugend-roman (ab 13 jahre)

 

inhalt

Ulrike, augenscheinlich ein mädchen, hadert mit ihrem körper. sie fühlt sich als junge, trotz brüsten und anderen weiblichen geschlechtsmerkmalen.

Ulrike, vielmehr Ulrich entdeckt seine eigene geschlechtliche identität und erfährt positive, sowie auch negative reaktionen auf sein outing.

 

kommentar

Jojo, München

Dieses Buch war -trotz all der Klischees- das erste, in dem ich mich mit der Hauptfigur identifizieren konnte. Da gab es keine Szene, die mich nicht an mein Leben erinnert hätte und mir nicht gezeigt hätte, dass ich mit meinen Gefühlen nicht allein bin. Es war das Buch, dass mich bestärkt hat, meinen Weg zu gehen und mein erstes CO zu überstehen. Es zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf so ein Outing reagieren, es manchmal akzeptieren und respektieren, ohne dass die Leute ausgelassen werden, die keinesweg so lässig und tolerant sind, wie eben der schwule Freund, Bekannte aus dem Skateparc und die Schwester, und gerade durch die einfachen Satzstrukturen und den simplen Schilderungen und Erklärungen von so difficilen Gefühlen hilft es, nicht nur, sich selbst besser zu verstehen, sondern auch Freunden und Bekannten.

Ich habe dieses Buch einem Freund in die Hand gedrückt und gesagt, dass es mir genauso geht wie Ulli. Er hat das Buch gelesen und kam mir am nächstem Tag lachend entgegen, weil er mich jetzt nicht nur verstehen konnte, sodern sich auch selbst in der Rolle des schwulen Freundes wiedererkannt hatte, der nur Klischee zu sein scheint. Aber auch die können ja bekanntlich stimmen.

 

Paul, München

Ulli ist 15. Neben den typischen Jugendsorgen -wie schlechte Mathezensuren und erste Liebe- kämpft er auch gegen Mutter und Verkäuferin, die ihn in Mädchenkleidung zur Konfirmation zwingen wollen. Gegen einige Widerstände aus dem Umfeld, aber auch mit tatkräftiger Unterstützung seiner Freunde erlebt er sein Coming Out als Transmann.

Der Roman unterscheidet sich kaum von den vielen "für die Stange" produzierten Jugendbüchern. In schlichter phantasieloser Sprache wird hier das Bild eines ungewöhnlichen, problematischen Schicksals in den Farben schwarz und weiß gezeichnet.

Viele Transmänner werden sich mit dem netten Ulli identifizieren können, werden doch in seiner Geschichte die üblichen Alltagsprobleme behandelt. Die Ablehnung des pubertierenden Körpers, die Freude über die erste "richtige" Kleidung, das Unverständnis der Umwelt und die Angst vor dem Coming Out wird mancher genau so am eigenen Leib erfahren haben.

Für ein Jugendbuch, das dem jugendliche n Publikum helfen könnte über den eigenen Tellerrand zu blicken, bleibt es zu sehr in den Klischees der heterosexistischen zweigeschlechtlichen Pseudowelt unserer Gesellschaft kleben.

Ulli ist ein echter Kerl, er träumt von Heldentum und männertümelnder Freundschaft im Schein des Lagerfeuers. Seine feminine Freundin isst, wie alle Frauen gern Salat, während er, wie alle Männer sich lieber richtiges Fleisch zwischen die Kiemen haut. Und die Haare des KFZ-Mechanikers in spe schneidet die nette hilsbereite Schwuchtel. Ein bisschen sehr einfach wie ich finde.

Wem jedoch "Sein oder Nichtsein" von Felix Fink geholfen hat, die transidentischen Wunden zu lecken, dem wird auch "BODY, Leben im falschen Körper" unterhaltsame Lektüre sein.

erklärungen

impressum

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feedback

letzte änderung: 09.04.2010